Freitag, 20. Januar 2017

                                                      

Gefahren auf dem Eis

Es ist wieder die Zeit gekommen, in der vermehrt zugefrorene Seen und Flüsse anzutreffen sind.
Oft trügt jedoch der erste Eindruck und vermeintlich dicke Eisschichten erweisen sich als kaum tragfähig.

Besonders Kinder werden davon magisch angezogen. Leider kommt es auf Eisflächen jährlich zu zahlreichen Unfällen, häufig mit tödlichem Ausgang.

Für sicheren Spaß im Winter hier einige Tipps:

Grundlegendes

  • Betreten Sie keine Eisflächen, die nicht explizit dafür freigegeben sind! - Akute Lebensgefahr!
  • Nur speziell dafür ausgewiesene Flächen aufsuchen. => Gewässerte Wiesen/Plätze
  • Nie zugefrorene Flüsse betreten, die Eisdicke ist hier sehr unterschiedlich! Vorhandene Strömung zieht Eingebrochene mit unter die Eisdecke!
  • Niemals alleine aufs Eis - Keiner kann Hilfe holen!
  • Kinder nicht ohne Begleitung auf die Eisfläche lassen!
  • Die Eisdecke muss mindestens 15cm dick sein.
  • Größere Menschenansammlungen sind zu vermeiden.
  • Flächen nie mit Fahrrad, Motorrad, Auto oder ähnlichem befahren!

Sofort vom Eis wenn

  • dunkle Stellen im Eis erkennbar sind.
  • knackende Geräusche hörbar sind. => Auf dem Bauch liegend zum Ufer robben!
  • Löcher im Eis sichtbar sind.
  • Wasser sich auf der Eisoberfläche gebildet hat.

Was ist bei einem Einbruch ins Wasser zu tun?
Eine eingebrochene Person kühlt sehr rasch aus. Der plötzliche Kontakt mit Eiswasser kann zudem zu sofortigem Kreislaufstillstand führen und handlungsunfähig machen.

  • Zuerst einen Notruf über die Notrufnummer 112 absetzen!
  • Nicht unüberlegt zur Einbruchstelle vorgehen.
  • Eine "Verlängerung" wie z.B. einen langen Ast, Abschleppseil/-stange, Leiter, Brett,... suchen
  • Vom nächstgelegenen Ufer, auf dem Bauch liegend, zur Person vorarbeiten. Dabei eine möglichst große Oberfläche bilden ("breit machen", Leiter/Brett unterlegen)
  • Wegen der Gefahr, dass weiteres Eis abbricht oder der Retter in das Loch rutscht, dem zu Rettenden den Gegenstand als Verlängerung zustrecken, niemals bis zur Einbruchstelle vordringen.
  • Sind mehrere Retter vor Ort, wird eine Kette gebildet - Retter Nummer 1 robbt auf dem Bauch aufs Eis und wird vom Hintermann an den Fußgelenken festgehalten.

Selbstrettung
Ist das Eis um die Einbruchstelle halbwegs tragfähig, so versuchen Sie sich auf die umliegende Eisfläche in Richtung Ufer zu schieben, möglichst nicht mit dem vollen Gewicht auf die Kante aufstämmen, da diese sonst abbrechen. Ist die Festigkeit nicht mehr ausreichend, versuchen Sie sich einen Weg ans Ufer zu bahnen, in dem die mit der Faust die Eisdecke aufschlagen.

Erste Hilfe
Nach der Rettung aus dem Eis ist die Gefahr keinesfalls gebannt. Durch die Unterkühlung besteht immer noch akute Lebensgefahr!

Keinesfalls dürften die kalten Gliedmaßen bewegt oder warmgerieben werden! Kaltes Blut aus den Gliedern würde sich mit dem noch warmen Blut im Köperinnern vermischen und dieses abkühlen. Es kann plötzlich zum Herzstillstand kommen.

Die gerettete Person sofort von der nassen Kleidung befreien.

Ist die gerettete Person ansprechbar, so muss sie schnellstmöglich in warme Decken gewickelt werden, besonders den Kopf vor Wind und Auskühlung schützen. Ist keine Decke oder ähnliches vorhanden, Kleidung umstehender Personen verwenden. Wenn vorhanden, zusätzlich die Rettungsfolie aus dem KFZ-Verbandskasten benutzen. Mit der Person möglichst dauerhaft kommunizieren, damit diese bei Bewusstsein bleibt.

Bei Bewusstlosigkeit sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten! Bei rasch unterkühltem Körper ist die Überlebenschance nach erfolgreicher Reanimation recht hoch. Die Aufwärmung eines unterkühlten Menschen gehört unbedingt in professionelle Hand.  Sollte sich eine Person anderweitige Verletzungen, wie Brüche, Schürfwunden, usw.  auf dem Eis zugezogen haben, so sollte diese ebenfalls warm gehalten werden und ins nächste Krankenhaus verbracht bzw. vom Rettungsdienst versorgt werden.

Wir wünschen Ihnen einen unfallfreien Spaß auf dem Eis!