Dienstag, 16. Januar 2018

                                                      

Verkehrsunfall - Was ist zu tun?

Verkehrsunfall - Was ist zu tun? - Verhalten bei Verkehrsunfällen


Im Jahr 2007 wurden nach vorläufigem Ergebnis 2.295.651 Unfälle polizeilich erfasst. Dabei wurden 431.683 Personen verletzt und 4.958 Personen getötet.
Auch wenn die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr so niedrig wie nie zuvor seit Wiedereinführung der Straßenverkehrsunfallstatistik im Jahr 1953 ist, verlieren täglich durchschnittlich 13 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr.

Wenn ich zu einem Unfall hinzu komme...

ist es das Schlimmste, wenn ich nichts tue!

Immer wieder kommt es vor, dass Passanten um ein Unfallfahrzeug herumstehen und Leuten, die helfen wollen, davon abraten. Dabei ist die Erstversorgung, auch nur mit Erste-Hilfe-Kenntnissen, sehr wichtig!

Wenn Sie an eine Unfallstelle kommen, versuchen Sie einen kühlen Kopf zu behalten, denn nur dann können Sie wirksam Hilfe leisten.

WICHTIG: Fahrzeuge NIEMALS ohne weiterführende Überprüfung auf die Räder stellen, handeln Sie der Situation angemessen und überlegt! Egal, ob sie sich in einer Schräg- oder Seitenlage befinden oder auf dem Dach liegen. Die eingeklemmten Personen könnten durch den Verkehrsunfall Verletzungen haben, die durch das Anheben des Fahrzeugs bzw. durch die Erschütterungen des Umschlags möglicherweise noch verschlimmert bzw. dadurch ausgelöst werden.

Warnen Sie die anderen Verkehrsteilnehmer und sichern Sie die Unfallstelle ab. Eigenschutz geht vor Rettung! Handeln Sie überlegt und bringen sich nicht selbst in Gefahr. Helfen müssen Sie allerdings - was selbstverständlich sein sollte!

  • Schalten Sie die Warnblinkanlage ihres Fahrzeugs ein.
  • Stoppen Sie Ihr Fahrzeug mit ausreichendem Abstand vor der Unfallstelle, damit es bei einem eventuellen Folgeunfall nicht zur Gefahr wird.
  • Alle Insassen sollten das Fahrzeug auf der vom Verkehr abgewandten Seite verlassen und sich hinter der Leitplanke aufhalten.
  • Klappen Sie das Warndreieck auf und tragen Sie es vor sich haltend dem Verkehr entgegen. Laufen Sie dabei möglichst am Fahrbahnrand, hinter der Leitplanke.
  • Bewegen Sie sich auch sonst möglichst weit am Straßenrand, um nicht vom Luftzug vorbeifahrender Fahrzeuge mitgerissen zu werden. Besonders bei LKWs ist dessen Stärke nicht zu unterschätzen!
  • Stellen Sie es auf Land- und Bundesstraßen 100m, auf Autobahnen 200m vor der Unfallstelle, sichtbar auf. (Von Leitpfosten zu Leitpfosten sind es 50m)
  • Befindet sich die Unfallstelle nach einer Kurve oder Kuppe, so stellen Sie es entsprechend davor auf.
  • Wenn vorhanden, stellen Sie eine batteriebetriebene Warnleuchte zum Warndreieck.
  • Wenn nötig, mit einem zweiten Warndreieck den Gegenverkehr warnen.
  • Falls nötig, Helfer für die Absicherung heranziehen.
  • Bei Staus auf Bundesstraßen und Autobahnen eine Rettungsgasse für die Rettungsfahrzeuge freihalten, jedoch keinesfalls den Standstreifen blockieren.


Nun ist schnelle Hilfe gefragt...

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Unfallstelle, um beim Absetzen des Notrufs ausreichende Angaben machen zu können.
  • Benachrichtigen Sie umgehend über die 112 den Rettungsdienst.
  • Sollten Sie kein Telefon zur Hand haben, fragen Sie andere Helfer danach oder begeben Sie sich zu einer Notrufsäule. Folgen Sie dazu den schwarzen Pfeilen auf den Leitpfosten, diese zeigen den kürzesten Weg zur nächsten Säule.
  • Die Unfallmeldung muss folgende Punkte beinhalten:
      1.   Wo ist es passiert 
      2.   Was ist passiert
      3.   Wie viele sind verletzt
      4.   Welche Verletzungen liegen vor
      5.   Warten Sie, eventuell hat der Disponent noch Fragen - er beendet das Gespräch


Die Erste Hilfe...
Die Wartezeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte darf nicht ungenutzt verstreichen. Durch eine schnelle und wirksame Erste Hilfe helfen Sie dem Patienten und retten so oft ein Leben.

  • Sind mehrere Personen verletzt, binden Sie weitere Helfer ein, so kann mehreren Verletzten gleichzeitig geholfen werden.
  • Bringen Sie Verletzte aus dem Gefahrenbereich, z.B. brennenden Autos oder der Fahrbahn
  • Leiten Sie geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen ein.
  • Eine „Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen“ finden Sie in Ihrem Verbandskasten. Machen Sie sich mit dieser im Voraus vertraut, um im Fall der Fälle zu wissen, was zu tun ist!
  • Zeigen Sie den Verletzten, dass jemand da ist, der ihnen hilft! Sprechen Sie mit ihnen und wirken Sie beruhigend auf sie ein.
  • Ist der Rettungsdienst eingetroffen, hören Sie auf dessen Anweisungen und behindern Sie nicht seine Arbeit.
  • Verbleiben Sie als Zeuge für die Polizei am Einsatzort.


Sind Sie auf den Ernstfall vorbereitet?
Haben Sie sich schon mal überlegt, ob Sie vorbereitet sind, um im Fall der Fälle Hilfe leisten zu können?
Jeder hat für seinen Führerschein einen Kurs zu „Lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ besucht. Doch wie lange ist die schon her?

  • Frischen Sie regelmäßig Ihre Kenntnisse zur Ersten Hilfe durch entsprechende Kurse auf!
  • Wo befinden sich in Ihrem Fahrzeug der Verbandskasten und das Warndreieck?
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Fahrzeugausstattung! Auf oder in Ihrem Verbandskasten finden Sie ein Verfallsdatum. Ist dieses überschritten lassen Sie sich den Inhalt in einer Apotheke erneuern oder kaufen Sie einen neuen, zugelassenen Kasten. Ist das Warndreieck noch vorhanden und funktionsbereit? Wo ist es verstaut?
  • Weiter empfehlen wir einen KFZ-Feuerlöscher griffbereit mitzuführen. Mit ihm kann ein Entstehungsbrand abgelöscht werden.
  • Führen Sie für alle Mitfahrer Ihres Fahrzeugs Warnwesten nach DIN EN 471 mit. In vielen Ländern ist dies bereits Pflicht. Am besten legen Sie diese griffbereit ins Fahrzeuginnern, um sie noch vorm Verlassen des Fahrzeugs anziehen zu können.
  • Ebenfalls empfiehlt es sich, einen Nothammer in Griffnähe zu haben um bei Bedarf von innen die Scheibe einschlagen zu können. Meist ist in ihnen zusätzlich noch ein Gurtschneider integriert.
  • Führen Sie sich eine leuchtstarke Taschenlampe mit. Prüfen Sie regelmäßig die Batterien.

Empfehlenswert ist der Ausdruck und die Aufbewahrung einer Rettungskarte für Ihr Fahrzeug, welche Sie hier beim ADAC herunterladen können. Als Aufbewahrungsort empfohlen ist die Sonnenblende der Fahrerseite. Die Rettungskarte gibt uns Informationen, wo in Ihrem Fahrzeug Airbags und hochfeste Teile verbaut sind.

Wir wünschen allzeit gute und sichere Fahrt!

Linktipp: E-Book zum Thema Verkehrsunfall, mit Checkliste und Unfallprotokoll, sowie Wissenswertes zu den Themen Erste Hilfe und Fahrerflucht