Dienstag, 16. Januar 2018

                                                      

Brandmeldeanlagen

In der Verbandsgemeinde Herxheim gibt es derzeit über 20 Objekte mit Brandmeldeanlagen (BMA), welche bei der Rettungsleitstelle oder bei einer anderen ständig besetzten Leitstelle eines zugelassenen Wachdienstes auflaufen. Unter anderem verfügen bestimmte Gewerbebetriebe, Möbelhäuser, soziale Einrichtungen wie das Altenheim, St. Laurentiusheim, St. Paulusstift oder auch das Pamina Schulzentrum über eine solche BMA.

Brandmeldeanlagen reagieren auf die eintreffenden Signale von Sprinkleranlagen, Rauchmeldern, Druckknopfmeldern und lösen vorher programmierte Schritte aus. Dies ist z.B. die Alarmierung der Feuerwehr, eines Wachdienstes sowie die Einschaltung des Gebäudealarms.

Es können aber auch automatische Löscheinrichtungen wie CO2-Löschanlagen oder Sprühwasseranlagen aktiviert werden. Des Weiteren können Türen geschlossen und Rauch- und Wärmeabzüge geöffnet werden. Meistens werden Brandmeldeanlagen in besonders gefährdeten Gebäuden, wie Flughäfen, Bahnhöfen, Universitäten, Firmengebäuden, Schulen, Fabrikhallen, Altenwohnheimen oder Krankenhäusern installiert.

Die mit der Brandmeldeanlage verbundenen Geräte können so auch in Abwesenheit von Personen Gefahren sehr früh erkennen. Leider kommt es durch defekte Anlagenteile auch zu Fehlalarmen. Aber auch durch böswillig eingeschlagene Druckknopfmelder oder durch das Rauchen einer Zigarette unter einem Rauchmelder rückt die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen aus. Die Pflicht zum Einbau einer Brandmeldeanlage, welche bei einer Rettungsleitstelle oder bei einer anderen ständig besetzten Leitstelle eines zugelassenen Wachdienstes aufläuft, regelt entweder die Bauaufsicht mittels Baugenehmigung oder wird dem Eigentümer von seiner Versicherungsgesellschaft als Auflage erteilt.

Nach Auslösung der BMA kann die Feuerwehr das Feuerwehrschlüsseldepot öffnen und erhält so mit dem darin enthaltenen Schlüssel den Zugang zum Gebäude. Nachdem der Zutritt zum Gebäude vorhanden ist, wird der ausgelöste Melder mit Hilfe des Feuerwehranzeigetableaus ermittelt. Die Bedienung der wichtigsten Funktionen erfolgt über das Feuerwehrbedienfeld. Optional kann der Melder auch über ein Brandmeldetableau ermittelt werden.

Bei einem Brandmeldetableau ist der Grundriss des Gebäudes dargestellt, die einzelnen Melder sind darauf durch LEDs gekennzeichnet. Die Feuerwehr entnimmt nun aus dem Laufkartenkasten die Feuerwehrlaufkarte der betreffenden Meldergruppe, auf welcher der schnellste Weg von der Brandmeldeanlage aus zum ausgelösten Melder verzeichnet ist.


Handfeuermelder  

                         

                                  
  

Handfeuermelder sind praktisch in allen Objekten, in denen es eine Brandmeldeanlage gibt, vorhanden. Bei Gefahr kann die Scheibe eingeschlagen und der schwarze Knopf gedrückt werden. Daraufhin wird automatisch durch die Brandmeldeanlage die Feuerwehr alarmiert und gleichzeitig vorhandene Sicherheitseinrichtungen, z.B. eine Alarmsirene, aktiviert.

Bei Aktivierung des Melders melden Sie sich bitte unbedingt bei der eintreffenden Feuerwehr. Eine Betätigung ohne vorhandene Gefahr ist strafbar und zieht hohe Kosten mit sich! 


Feuerwehrschlüsseldepot

Das Feuerwehrschlüsseldepot (Abkürzung: FSD) ist ein Schlüsseldepot, das Bestandteil einer Brandmeldeanlage ist. Es dient im Brandfall zum zügigen, gewaltfreien und kontrollierten Zugang zum Gebäude bzw. Gelände. Ein Schlüsseldepot ist in einer freistehenden Säule (Schlüsseldepotsäule) oder in einem Mauerkasten eingebaut. Es wird an einem feuerwehreinsatztaktisch gut zugänglichen neben dem für den Notfall vorgesehenen Objektzugang (z.B. Feuerwehrzufahrt) angebracht.

Unbemerkter und unkontrollierter Zugang über das Schlüsseldepot durch unberechtigte Personen ist ausgeschlossen. Jede Art von Manipulation löst sofort einen Sabotage-Alarm aus. Das Schlüsseldepot ist elektronisch mit einem Aufbohrschutz gesichert. Wird im Objekt Alarm durch die Brandmeldeanlage ausgelöst und der Alarm zum Einsatzleitstand der Polizei oder der Feuerwehr weitergeleitet, wird die vordere Tür für den Zugang zur Feuerwehrschließung freigegeben. Die Feuerwehr oder die Polizei kann nun mit einem speziellen Schlüssel den Safe im Schlüsseldepot öffnen und den eigentlichen Schlüssel für das Objekt entnehmen. Brennt es im Objekt oder auf dessen Gelände und die BMA hat nicht ausgelöst, so kann mittels Feuerwehrschlüssel das Freischaltelement (unter der runden Abdeckung, mehrere Sekunden gedreht halten) ausgelöst werden, woraufhin ein Brandmeldealarm ausgelöst wird und sich das FSD (eckiges Türchen) öffnen lässt.

 

Feuerwehrschlüsseldepot in Mauerkasten Feuerwehrschlüsseldepot-Säule

Feuerwehrbedienfeld 

Brandmeldeanlagen gibt es von verschiedenen Herstellern und sind je nach Anforderung und Objektgröße unterschiedlich ein- und aufgebaut. Brandmeldeanlagen mit Übertragungseinrichtung zur Feuerwehr zeigen bestimmte Betriebszustände der Brandmeldeanlage an. Die genormte Gestaltung der Anzeige- und Bedienelemente ermöglicht dem Einsatzpersonal der Feuerwehr, Anlagenzustände zu erkennen und Bedienvorgänge durchzuführen.