Dienstag, 16. Januar 2018

                                                      

Schüler aus brennendem Haus gerettet - Großübung von Feuerwehr und Rettungsdienst

Das Blaulicht ist nicht zu übersehen, das Martinshorn nicht zu überhören. Feuerwehr und Rettungsdienste – ein Fahrzeug nach dem anderen – biegen am Samstag kurz nach 10 Uhr in die Bussereaustraße in Herxheim zum Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus ein. Wenig später kommen auch noch Einsatzkräfte der Schnelleinsatzgruppen (SEG) hinzu.

Was hier am 3. September 2016 sehr dramatisch aussieht, ist zum Glück nur eine Übung. Die Alarmierung der Stützpunktwehr Herxheim ist über die automatische  Brandmeldeanlage erfolgt. „Verpuffung mit Folgebrand und starker Rauchentwicklung im Kellergeschoss bis in die darüber liegenden Geschosse des Schulgebäudes sowie im Schwimmbad, verursacht durch Montagearbeiten". Im Keller und in den Fluchtwegen galt es, mehrere Verletzte zu bergen – dieses Szenario hatten der Wehrleiter der Verbandsgemeinde, Jürgen Fink sowie Karlheinz Steck, Brandschutzbeauftragter des Caritasverband für die Diözese Speyer, Helmut Reinhardt, Wohnbereichsleiter und Marianne Bauer, Schulleiterin des Caritas- Förderzentrum Herxheim, als Vorbereitungsteam ausgegeben. Die Einsatzleitung bei der Übung hatte Ekkehard Huschke, Wehrführer in Rohrbach, übernommen.

Zwei Klassen mit je acht Schülern und zwei Lehrern konnten das Gebäude nicht verlassen. Eine Klasse schaffte dies über den Rettungsweg. Zwei Schüler sprangen in Panik aus
dem Fenster und kamen dabei laut „Drehbuch“ ums Leben (es waren Puppen). Neun Schüler erlitten Rauchvergiftungen. Nach zwei Stunden war alles vorbei. „Bislang ist zum Glück noch nie etwas so Schlimmes in unserem Haus passiert. Aber wir möchten natürlich auch auf diesen Fall bestmöglich vorbereitet sein“, sagte einer der Lehrer des Caritas-Förderzentrums.

Der Einsatzschwerpunkt der Feuerwehr richtete sich bei der Großübung auf die Menschenrettung aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich, die Räumung des Gebäudes und schließlich die Brandbekämpfung, so Wehrleiter Fink. Nach dem sich den ersteintreffenden Kräften schnell eine größere Einsatzlage zeigte, wurde Alarm für alle Wehren innerhalb der Verbandsgemeinde ausgelöst. Die Kräfte des DRK-Rettungsdienstes wurden durch Einsatzkräfte der SEG verstärkt, die die Versorgung, Registrierung und Betreuung der Verletzten sowie Betroffenen übernahmen.

Beobachtet wurde das Spektakel von Kreisfeuerwehr-Inspekteur Rudi Götz und dessen Stellvertreter Dirk Nerding. Auch die beiden Bürgermeister Hedi Braun und Franz-Ludwig
Trauth sowie der Feuerwehr-Dezernent der VG Herxheim, Georg Kern, waren unter den Augenzeugen. Wie Wehrleiter Fink im Gespräch mit der RHEINPFALZ betonte, diente
die Übung vor allem zur Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdiensten. Erkenntnisse der Übung sollen nach einer gemeinsamen Nachbesprechung
gesammelt und bei der Erstellung von Alarm- und Einsatzplänen mit einbezogen werden. Aus der Sicht der Wehrleitung sei die Übung ein Erfolg gewesen. Das Ziel, die Kommunikation, Koordination und Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdiensten und Heimleitung weiter zu verbessern, sei erreicht worden. Im Einsatz waren 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren der Verbandsgemeinde mit zwölf Fahrzeugen und 27 Kräfte des Rettungsdienstes beziehungsweise der SEG.

Bei der anschließenden Manöverkritik gab es von allen Seiten viel Lob für die reibungslose Zusammenarbeit der Rettungskräfte.

Im Caritas-Förderzentrumin Herxheim sind 96 Menschen Heimbewohner, 132 besuchen die Schule, die als ein Lebens-, Handlungs- und Erfahrungsraum verstanden wird. Diese
Sicht spiegelt sich in allem, was getan werde. Der Einzugsbereich der Schule umfasst die Verbandsgemeinde Herxheim sowie den Landkreis Germersheim mit Ausnahme der Verbandsgemeinde Lingenfeld.

Text: DIE RHEINPFALZ
Fotos: pictha.fotograf.de