Sonntag, 11. April 2021

                                                      

Feuerwehr Herxheim nimmt neue Wasch- und Trocknungsanlage in Betrieb und entwickelt Räucherschrank

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+++ April April! Natürlich benutzen wir unseren neuen Trockenschrank nicht zum Räuchern von Wurstwaren. Wir hoffen, Sie in dieser besonderen Zeit etwas zum Schmunzeln gebracht zu haben. Kein Aprilscherz hingegen ist die Tatsache, dass wir zur Reinigung von u.a. Einsatzkleidung eine neue Industriewaschmaschine mit Trockenschrank in Betrieb genommen haben +++

Im März 2021 wurden nach langer Vorplanung die ersten Komponenten des Projektes „Umbau und Erweiterung der Atemschutzwerkstatt“ in Betrieb genommen.

Dabei handelt es sich konkret um den Teilbereich „Waschen / Trocknen“, in welchem die benutzte Schutzkleidung zukünftig durch das Team der Kleiderkammer gewaschen, imprägniert und getrocknet wird.

Das gesamte Projekt wurde von einem engagierten Planungsteam begleitet. Unter anderem wurden auch alternative Nutzungsmöglichkeiten erkundet.

Insbesondere im Bereich des Trockenschrankes wurden – in enger Kooperation mit dem Hersteller – neue Verwendungsmöglichkeiten getestet. So wurde in einem ersten Schritt die Nutzung als Räucherkammer für Schinken oder weitere Wurstwaren in Erwägung gezogen.

Die individuelle Programmierung des Trockenschrankes, die verschiedene Temperaturstufen, Trockenzeiten, Abluftsteuerung und weitere Parameter zulässt, macht eine solche Nutzung möglich. Dafür waren allerdings umfangreiche Vorarbeiten und Abstimmungen mit dem Hersteller erforderlich. An dieser Stelle kann die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten nur lobend erwähnt werden.

Die erste Räucherung wurde bereits erfolgreich durchgeführt. Es handelt sich hierbei um einen Hinterschinken der mit Buchenholz geräuchert wurde. Während ein Kalträuchern in einem solchen Fall bis zu 3 Wochen dauert, konnte ein vergleichbares Ergebnis bereits nach knapp 4 Stunden erzielt werden.

Erreicht wurde dies durch eine äußerst effiziente Luftzirkulation in Verbindung mit der optimalen Luftfeuchtigkeit.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Auch die erste Verkostung durch den Ersten Beigeordneten und den Wehrleiter war ein voller Erfolg.

Momentan werden unter der Verwendung von handelsüblichen Räucherchips, wie man sie von bekannten Grillherstellern erwerben kann, noch weitere Varianten entwickelt. Insbesondere von Chips mit Whiskey-Aroma erhoffen wir uns sehr interessante Ergebnisse. Da bei der Feuerwehr üblicherweise eine große Bandbreite von „Brandaromen“ bereitstehen, sind wir auch hier noch in der Entwicklungsphase. Angedacht ist die Variante „Holzschuppenbrand“ und „Stroh- bzw. Heuballenbrand“. Die Variante „Altreifenbrand“ und „Kunststoffbrand“ ist etwas gewöhnungsbedürftig, dürfte aber in einschlägigen Feuerwehrkreisen durchaus Anhänger finden. Allerdings ist hier noch ein „Feintuning“ seitens des Herstellers erforderlich.

Die verwendete Technik ist äußerst energieeffizient und dadurch klimaschonend. Daher wird auch eine Nominierung für den Umweltpreis der Verbandsgemeinde Herxheim angestrebt.

Auch in Anbetracht steigender Energiekosten ist der geringe Verbrauch ein starkes Argument für eine weitere Entwicklungsarbeit. Aktuell ist man mit verschiedenen Herxheimer Metzgereien im Gespräch, die bereits eine Bereitschaft zur Kooperation signalisiert haben. Der Hersteller der Technik erhofft sich dadurch einen neuen Geschäftsbereich zu erschließen.

Auch für die Feuerwehr Herxheim ergeben sich Vorteile. So können beispielsweise Schinken und Bratwürste, die beim alljährlichen Schlachtfest produziert werden, ab sofort in Eigenleistung geräuchert oder luftgetrocknet werden.

Für die Zukunft ist vorgesehen, auch für kleinere Metzgereien oder für Eigenbedarf Räucherungen in unterschiedlichen Variationen im Auftrag auszuführen.

Ein Bericht für die Fachpresse im Bereich Metzgereifachbedarf, sowie in einschlägigen Feuerwehrzeitschriften ist geplant und wird nach der erfolgreichen Patentanmeldung veröffentlicht.

Interessenten sowohl zu Fragen der Technik, als auch zukünftige Aufträge betreffend, können sich beim Ersten Beigeordneten Christian Sommer oder bei Wehrleiter Jürgen Fink für weitere Auskünfte gerne melden.

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