Dienstag, 16. Oktober 2018

                                                      

Atemschutzgeräte (Pressluftatmer)

Kaum ein Gerät wird bei der Feuerwehr so regelmäßig genutzt, wie das Atemschutzgerät.
Bei nahezu allen Brandeinsätzen wird von den Einsatzkräften Atemschutz (auch Pressluftatmer (PA) genannt) getragen, da es kaum noch Brände gibt, bei denen keine gefährlichen Brandgase freigesetzt werden.

Man unterscheidet hier in umluftunabhängigen und umluftabhängigen Atemschutz.

Beim umluftunabhängigem Atemschutz handelt es sich in der Regel um Atemschutzgeräte, die ihren Luftvorrat aus Atemluftflaschen beziehen und somit von der Umluft unabhängig sind. Die Atemluftflaschen werden mit speziellen Kompressoren befüllt.
Die Atemluftflaschen gibt es in den Ausführungen Stahl, Leichtmetall und CFK und werden mit einem Druck von 200 bzw. 300 bar befüllt. Die Einsatzdauer eines Atemschutzgerätes ist stark von der Belastung des Atemschutzgeräteträgers während des Einsatzes sowie der verwendeten Geräteart abhängig.
  
  
Es gibt Atemschutzgeräte mit einer oder zwei Flasche(n).

Der Luftvorrat der Atemluftflasche berechnet sich aus Flaschenvolumen x Fülldruck geteilt durch 1,1 (Druckverluste). Bsp.: 1 x 6 Liter Volumen x 300 bar Fülldruck geteilt durch 1,1 ergibt eine Luftmenge von 1.636 Litern. Geht man von einem durchschnittlichen Luftverbrauch von 70 Litern pro Minute aus, so ergibt dies eine theoretische Einsatzdauer von ca. 23 Minuten. Da Sicherheitsreserven für den Rückzug und evtl. Notfälle eingerechnet werden müssen, reduziert sich die Einsatzdauer erheblich. Ein Manometer zeigt den verbleibenden Druck der Atemluftflasche an.

Funktionsweise eines Atemschutzgerätes:
Die unter hohem Druck mitgeführte Atemluft wird mittels Druckminderer auf ca. 5 bar reduziert und gelangt über die Mitteldruckleitung zum Lungenautomaten. Dieser wird an der Atemschutzmaske angeschraubt. Ein Mechanismus im Inneren des Lungenautomaten verhindert ein permanentes Nachströmen der Atemluft. Beim Einatmen entsteht in der Atemschutzmaske ein Unterdruck. Hierdurch kann Atemluft nachströmen und gelangt über die Atemschutzmaske in die Lunge. Die verbrauchte Ausatemluft gelangt über das Ausatemluftventil der Maske nach draußen.
 
Bei umluftabhängigem Atemschutz handelt es sich meist um Atemluftfilter. Diese Filter sind so aufgebaut, dass sie jeweils bestimmte Schadstoffe aus der Umgebungsluft herausfiltern. Diese Filter werden auf die Atemschutzmaske aufgeschraubt und sind nach Gebrauch zu entsorgen. Beim Einsatz solcher Filter ist eine genaue Kenntnis der vorhandenen Atemgifte erforderlich, um den jeweils für diese Einsatzsituation richtigen Filter einzusetzen. Weiterhin muss ausreichend Sauerstoff in der Umgebungsluft sowie kein starker Funkenflug und keine Flockenbildung vorhanden sein.
Zur Menschenrettung in verrauchten Gebäuden können Fluchthauben eingesetzt werden. Dies ist eine Kombination aus Maske und integriertem Filter.
Maske mit Filter Fluchthaube